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Alice Gift - Pressefoto 2020 - s‘läuft! Radio-Promotion

Alice Gift

„Alles ist Gift“ von Alice Gift ist das Album, das du hören willst, wenn du durch 26 Länder fährst, ohne einmal sagen zu müssen, wer du bist. In zehn Songs quer durch den eigenen Seelenkontinent – „Alles ist Gift“ sind sinistre Oden an den Fiebertraum eines Evil Genius mit genau der richtigen Menge MDMA im Blut. „Eutopia“ gibt die Richtung vor: Hymnen! Drunter geht’s nicht, denn es steht viel auf dem Spiel: rechte Ärsche klauen unser Blau („Blue Is Not Your Color“) und am anderen Ende der Nahrungskette gehört asozialer Elitismus zertrümmert („Jeunesse Dorée“).

Es gibt viel zu tun – ballern wir Pep! Gegen die Angst. Aber auch so. In der aktuellen Single „Trance Park“ verarbeitet Alice Gift den eigenen Kampf mit der Schattenpandemie seiner Generation, die Anxiety. In weichem Sommerregen-Noise-Pop kleben die Shirts auf nackter Haut – bis 90s inspirierter Rasiermesserkrach den Blick aufs Wesentliche freischneidet: Hoffnung auf das Gelingen der abwegigsten aller Ideen: „Komm, wir vertragen uns einfach!“ Als bekennender Europäer ist Alice Gift natürlich auch Transatlantiker – oder Transatlantizist? Deathcab For Cutie, Elliott Smith, und Sonic Youth wehen durch die zärtlich-brachialen Kompositionen des Exil-Straßburgers.

Alice Gift ist in Deutschland geboren, in Frankreich vaterlos unter starken Frauen aufgewachsen und für eine Hauptrolle in Julia Ostertags (GenderX) Indiepunk-Blockbuster „Saila“ 2007 in Berlin erschienen. Und geblieben. Soundtrack Composer für den Kult-Streifen B-Movie und +1M Views auf YouTube – mit seinen Ex-Bands Velvet Condom, Liste Noire, feierte Alice Gift erste Erfolge. Mit „Alles ist Gift“ schuf er jetzt ein Solo-Debüt, das man Continental-Noir nennen müsste, wenn das nicht so furchtbar großkotzig klänge. Also Euro-Noir? Festland-Noir? Oder Info-Noir? Alice Gift gehört zur informiertesten Generation der Geschichte. Selbstverständlich ist er deprimiert, wie ein Fahrstuhl aus einem Buch über Handtücher und die Galaxis. Aber zwischen „schon deprimiert“ und „noch nicht depressiv“ gedeihen die hymnischen Abgründe des non-binären „Tropical Goth“ am besten. Und er häkelt immer ein Kissen dazu. Dass wir weich fallen.

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